Ballett bei ISO 3200

Available Light Aufnahmen bei schlechten Bedingungen haben mich schon immer fasziniert, allerdings stößt man hier bei der analogen Fotografie schnell an seine Grenzen. Beim Onlineshoppen sprang mich dann aber der Ilford Delta 3200 an und ich musste ihn haben.

Der Film war da, nur was stellt man damit an? Tanzen!

Durch meine Arbeit mit Marco Spalluto beim Lichterfest in Karlsruhe kannte ich bereits einige Tänzerinnen aus der Tanzgallerie Karlsruhe.  Bewaffnet mit meiner neuen alten Nikon F5, den beiden Nikkor 50mm f1.4D und f1.8D , zwei Rollen Delta 3200 und meiner D7000 als Belichtungsmesser ging es ab zum Karlsruher Schlossplatz. Bei knapp 6 Grad haben wir uns mit Maren, Janina, Ana, Christine und Sabine ausgetobt.

Am Platz der Grundrechte haben wir uns noch auf unseren dedizierten Belichtungsmesser verlassen. Leider haben wir dabei den Scharzschildeffekt ausser Acht gelassen, daher gibt es an dieser Stelle keine Analogen aufnahmen zu präsentieren. Dafür durfte die D7000 bei ISO 3200 ausgereizt werden.

In den Arkaden rund um den Schlossplatz waren wir dann wiederum erfolgreicher. Hier kam letztenendes auch ein Teil des unnötigerweise mitgeschleppten Blitzequipment zum Zuge: Der Reflektor. Sonst nichts. Und auch auf die Messungen vom dedizierten Belichtungsmesser haben wir dieses mal nicht mehr ganz vertraut, sondern uns lieber auf Testschüsse mit der D7000 oder auf die internen Messer der analogen Kameras verlassen und noch eine Schippe obendrauf gelegt. Das letzte Foto in dieser Gallerie ist übrigens einer dieser „Testschüsse“.

Zu guter Letzt sind wir nur wenige Meter weiter an einer Laterne hängen geblieben, die mir schon auf dem Weg zum Shooting aufgefallen ist.

Hier konnte ich meine ursprüngliche Idee und das Bild dazu realisieren, das sich in meinem Kopf festgesetzt hatte: Zwei Personen die unter einer Laterne interagieren, verruchte Athmosphäre, ein Hut…

Den Rest haben die Damen für mich erledigt. Diesen Teil des Abends werde ich aber in meinem Nächsten Blogbeitrag vorstellen.

Marco hat sich die Mühe gemacht, den Abend in ein Video festzuhalten. Das fertige Werk findet ihr bei YouTube:

 

Was aber mit den ungewöhnlichen Filmen tun? Die bekannten Labors verschlucken sich ja schon an ihren eigenen.

Eine F5? Das ist eine großartige Kamera! Aber wo wollen Sie denn in Zukunft ihre Filme entwickeln lassen?

In etwa diese Worte stammen von einer Mitarbeiterin aus einem bekannten deutschen Großlabor für Fotoarbeiten. Verständlicherweise hat mich das nicht unbedingt motiviert, meine neue alte Analoge auszuführen. Aber abhalten konnte es mich auch nicht und letztenendes hat es mich dazu getrieben, mal wieder selbst zu entwickeln.

Nach etwas Überzeugungsarbeit von Marco haben wir unsere frisch befüllten Filme im heimischen Badezimmer bei einer Flasche Kölsch gebadet, gewaschen und geföhnt.

Eine Rolle wollte leider nicht wie ich und verweigerte den Sprung auf die Spule. Inklusive Kratzer. Aber hey: Wofür andere Instagram brauchen, reicht meine Tollpatschigkeit.

7 Gedanken zu „Ballett bei ISO 3200“

  1. Ich kann ja mit dem Ballett nicht so viel Anfangen, aber ich finde das Projekt auf jeden Fall cool. Super das ihr das durchgezogen habt und ich finds cool, dass es auch ein Video gibt! :)

    1. Mit Ballett hatte ich bisher auch nichts am Hut. Aber es hat auf jeden Fall Spaß gemacht und wir haben alle zusammen sogar schon eine Idee für ein größeres Projekt in unsere Köpfe gepflanzt. Es wird noch spannend ;)

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